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Nach dem Sturz Napoleons beschloß der Wiener
Kongreß (1814/15) eine Neuordnung Europas, die
freilich - nur teilweise neu - vor allem an den alten,
vornapoleonischen Machtverhältnissen orientiert
war. Das Zeitalter der Restauration setzte damit ein.
In Deutschland wurden dadurch alle Hoffnungen der
"Patrioten" auf einen einheitlichen und
freiheitlichen Staat zunichte gemacht.
Als es dann im Juli 1830 in Frankreich erneut zu einer
Revolution kam, zündete ihr Funke auch im deutschen
Bund. Aber der Versuch von Studenten und Bürgern
beim Hambacher Fest (1832), liberalen und nationalen
Ideen nun doch zum Durchbruch zu verhelfen, scheiterte
an den jetzt verschärften "Demagogenverfolgungen".
Im Rat der bayerischen Munizipalstadt Dinkelsbühl
war eine stramm-obrigkeitstreue law-and-order-Gesinnung
offenbar überdurchschnittlich ausgeprägt,
jedenfalls wurde hier eine Maßnahme der besonderen
Art beschlossen, auf die man in der nahen Regierungshauptstadt
wie folgt reagierte:
Im Namen Seiner Majestaet des Koenigs.
Der Magistrat der Stadt Dinkelsbühl hat Saktücher,
auf denen Abbildungen des Hambacher Schloßes
und des bekannten Aufzugs auf dasselbe, dann die Bildnisse
einiger teutscher Revolutionäre befindlich sind,
wegen ihres demagogischen Zweckes mit Beschlag belegt.
Von unterzeichneter Regierung wurde nach collegialer
Berathung beschloßen, diesen Beschlag fortzusetzen,
was den sämtlichen Polizeibehoerden zur Nachachtung
hiermit bekannt gemacht wird.
Ansbach, den 21. Maerz 1835
(Quelle: Staatsanzeiger von Mittelfranken, Abg. 1932,
Tit. IX., Nr. 185 II)
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