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Eine neue gastronomische Adresse, noch dazu in der
näheren Umgebung, und lobende Mundpropaganda
- das ließ das Funkfeuerteam neugierig werden,
und wir besuchten "La Pacchianella" in Mönchsroth.
Gut zu finden, da durch ein eigenes Straßenschild
ausgewiesen, bietet hier der neue Inhaber Guilio Farinelli
zusammen mit seiner Frau und noch einem Pizzabäcker
am Wochenende seit 13. April diesen Jahres italienische
Küche an. Aus Ancona stammend, arbeitete er 12
Jahre im Hotelbereich der Fluggesellschaft PanAm,
kochte dann über 4 Jahre in einem bekannten italienischen
Restaurant in Dinkelsbühl, um sich dann, nach
einer kurzen Zwischenstation in Bechhofen, in Mönchsroth
selbständig zu machen. Die Räume und auch
den Namen seiner Trattoria, der von einer italienischen
Folkloregruppe herrührt, übernahm er dabei
von einem Vorgänger, der das Lokal nur kurze
Zeit betrieben hatte. Der durch eine einladende große
Theke L-förmig gegliederte Gastraum ist übersichtlich
und solide möbliert, die Tische sind hell und
sauber eingedeckt, die Wände mit Bildern, Spiegeln
und Nippes verschiedenster Art dekoriert. Eine über
den Fenstern angebrachte umlaufend bogenförmig
drappierte Schabracke soll sicher die etwas größere
Raumhöhe kaschieren und auch eine Ventilatorklappe
verdecken- die kalte Zugluft von dieser Wandöffnung
kann sie allerdings leider nicht wegnehmen, darum
ist Vorsicht bei der Wahl des Sitzplatzes in diesem
Bereich geboten. Ein Blick in die Speisekarte läßt
uns dann aber staunen: selbst wenn man schon mit einer
Vorstellung, was "man beim Italiener essen wird"
gekommen ist, braucht man bei einer solch reichhaltigen
Auswahl an Gerichten doch etwas länger, um sich
zu entscheiden. Nicht nur 38(!) verschiedene Pizzasorten
wollen durchgelesen werden, sondern auch von jeder
bekannten Nudelvariante gibt es die verschiedensten
Zubereitungsarten, dazu als Spezialität des Hauses
2 mal wöchentlich (Dienstag und Donnerstag) frischen
Fisch neben einer beachtlichen Auswahl an Fischgerichten
auf der Standard- und einer nochmaligen auf der Tageskarte.
Außerdem findet sich das ganze Spektrum landestypischer
Vor- und Nachspeisen, feine Filetgerichte für
die Liebhaber von Schweinefleisch, Lammkoteletts mit
diversen Saucen, ein preislich sehr moderates Angebot
verschiedener Kindergerichte und auch eine erstaunliche
Vielfalt von offerierten Schoppen-und Flaschenweinen,
da sind fast alle guten Weinanbaugebiete Italiens
vertreten. Nach dieser "Qual der Wahl" versuchen
wir es zunächst mit einer geschmacklich guten
Tortellini-Boullion (6,00 DM) und Bruschetta (6,50
DM). Die knoblauchwürzigen "Tomatenbrote"
schmeckten sehr gut und waren überzeugend "echt
italienisch". Auch Crostini (8,00DM) überzeugten:
die Weißbrotscheiben waren leicht cross geröstet,
der Belag mit verschiedenen Pasten aus Oliven, Paprika
und Knoblauch geschmacklich gut. Caprese (Tomaten
mit Mozzarella) (9,00 DM) stellte eine klassisch gute
Portion dar, ebenso auch der gemischte Salat (7,00
DM), gut zusammengestellt und abgeschmeckt mit wohltuend
essig-mildem Dressing statt des italienüblichen
Öl- und Essigangebotes. Bei den Hauptgerichten
wollten wir wissen, ob die Riesenauswahl an Pizzasorten
auch mit entsprechender Qualität einhergehen
würde. Sie tat es: Pizza Mercurio (14,00 DM)
mit Mozzarellakäse, Tomaten Parmaschinken und
Rucola und Pizza Principessa mit den ähnlichen
Zutaten nur ohne Tomaten, dafür mit Philadelphiakäse
(15,00DM und damit die teuerste) hatten einen hauchdünnen
knusprigen Boden , der aufliegende Parmaschinken war
hervorragend, zart, frisch und reichlich. Eine gute
Idee übrigens auch das Angebot, bei allen Nudel-
Reis- und Pizzagerichten eine kleinere Portion für
nur 1,00DM weniger zu servieren. Nun zu den unvermeidlichen
Nudelgerichten: hier hat ja fast jeder schon so seine
"Lieblinge", so daß auch das Urteil
nicht schwer fiel. Spaghetti amatriciana (10,50DM),
eine vollmundig abgerundete Tomatensoße mit
Speck und Zwiebeln über einer großen Portion
Pasta- köstlich und zum Mehr-als-Sattwerden!
Bandnudeln mit Scampi und Rucola, vielleicht etwas
zu sanft gewürzt, aber sonst alle Zutaten gut,
reichlich und "al dente" gekocht. Auch die
Rigatoni nach Art des Hauses (11,00 DM) mit Erbsen,
Champignons und Tomatensoße mundeten. Der beigemischte
Parmesan ließ die Soße nicht "zu
lang" werden, von den Erbsen hätten es aber
ein paar mehr sein dürfen. Auch Spaghetti carbonara
(12,00DM ) bereitet man ganz nach italienischer Manier
zu ohne Konzession an den soßenseligen Gusto
der Deutschen. Und schließlich wurde doch wenigstens
einmal Fisch gewählt und fand Zuspruch: Lachs
in Weißweinsoße (23,00DM). Ein großes
Stück, gut im Geschmack, die dazugehörige
Soße so zurückhaltend abgestimmt, daß
sie den feinen Geschmack des Fisches zur Geltung kommen
läßt. Wer dann noch Platz im Magen hatte,
versuchte sich am Tiramisu (6,00DM) - cremig, locker,
leicht, eine große Portion dieser verführerischen
Nachspeise, zubereitet in bester italienischer Tradition,
oder an Panna cotta ( 6,00 DM), einer ebensolchen
süßen Sünde, mit einer fruchtigen
Beerensoße gelungen ergänzt. Als Getränk
servierte man uns gepflegtes Pils von Tucher, San
Pellegrino Mineralwasser, einen Schoppen Chardonnay
weiß (0,25l 6,00 DM) und einen ausgezeichneten
Grappa (4,00DM). Bedient wurden wir sehr freundlich,
das Preis-Leistungsverhältnis überzeugte
vollkommen, und wer gern italienisch ißt sollte
sich diese Adresse unbedingt vormerken.
Trattoria Pizzeria La Pacchianella, Inh. Giulio
Farinelli, Klosterstraße 17, 91614 Mönchsroth,
Tel.u. Fax 09853 389423, Privat 0170/5505541, Montag
Ruhetag
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