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Idee für einen Ausflug am Wochenende gesucht?
Gute Küche, besonderes Ambiente, Biergarten und
vielleicht auch ein Unterhaltungsprogramm erwünscht?
Keine Scheu vor der Beschäftigung mit Landkarten?
Falls Sie, liebe Leser sich durch diese Fragen angesprochen
fühlen, hätten wir hier einen Tip für
Sie. Zugegeben, ein bisschen Geographie sollte man
schon betreiben, denn kaum jemand wird auf Anhieb
wissen, wo Bovenzenweiler liegt. Aber auch dieser
Platz ist zu finden: Auf der B 25 in Richtung Rothenburg
biegt man in Lohr links ab nach Bettenfeld und gelangt
dann auf einsamen Wegen und landschaftlich schöner
Strecke über Leuzendorf zum Ziel. Wer breitere
Straßen schätzt, kann auch über Crailsheim
und Schrozberg fahren, in jedem Fall sind es gute
50 km bis zu dem nur einige Häuser umfassenden
Ort. Dort ist das Gasthaus dann nicht zu verfehlen.
Ein großes Hinweisschild am Straßenrand
weist den Weg zu einer ehemaligen Scheune, der man
das Entstehungsjahr 1832 allerdings nicht mehr ansieht,
denn die neuen Eigentümer, Familie Feuchter,
haben aus dem Gebäude ein Haus mit besonderer
Atmosphäre gemacht.Dabei war ihnen weder die
Architektur noch die Gastronomie in die Wiege gelegt.
Herr Feuchter, hauptamtlich als Studiendirektor für
Deutsch, Geschichte und Gemeinschaftskunde tätig,
träumte aber schon lange davon, seine Liebe zum
Kochen, zum Wein und zur Kultur irgendwie in einem
gastronomischen Vorhaben umzusetzen. Man überlegte
lange, testete das Konzept privat mit Freunden, und
nachdem sich einer der Söhne dann auch noch entschloß,
den Beruf des Kochs zu erlernen und ein geplantes
Projekt einmal zu übernehmen, erwarb man die
aufgelassene Hofstelle und baute um. Vor fast genau
einem Jahr eröffnete Familie Feuchter dann ihr
Lokal, das wegen der beruflichen Doppelbelastung allerdings
vorerst nur an den Wochenenden bewirtschaftet wird.
Doch da betreiben die Feuchters ihr Hobby dann wirklich
professionell und sind ganz für den Gast da,
er in der Küche und sie im Service in einem großzügigen,
schmucken und lichten Gastraum, der die einstigen
Scheunenelemente nicht versteckt, aber trotzdem eine
fast private Wohnzimmeratmosphäre erhalten hat.
40 Gäste finden an alten Holztischen und- besonders
hübsch- in einer gemütlichen Sofaecke mit
einem großen wärmenden Kachelofen Platz,
über eine Wendeltreppe erreicht man eine Galerie,
auf der noch einmal 25 Personen sitzen können.
Die Wände hell, dezent mit schlichten Wandlampen
ausgeleuchtet und nicht übermäßig
dekoriert, so kommt die alte tragende Stützbalkenkonstruktion
des Raumes gut zur Geltung, eine schöne bogenförmig
gerundete Theke mit Barhockern als Blickfang im rückwärtigen
Teil sowie ein geschmackvoller Holzboden tun ein übriges
um sofort einen " Wohlfühleffekt" herzustellen.
Originell der Blumenschmuck: nicht wie üblich
auf den Tischen verteilt, sondern in Reagenzgläsern
fast unsichtbar aufgehängt scheinen die Blüten
im Raum zu schweben, auch zur obligaten Kerzenbeleuchtung
hat man sich eine Variante einfallen lassen und formschöne
Öllampen gewählt. Ein Ausgang zur Gartenseite
führt in den Biergarten, der nicht nur durch
seine stilechte Bestuhlung besticht, sondern auch
durch einen weiten Blick über Felder und Wiesen
noch jenseits der zum Grundstück gehörenden
3000 qm.Vorbeikommende Radler und Ausflügler
finden hier sicher etwas nach ihrem Geschmack, denn
die kleine Standardspeisekarte ist so abgestimmt,
daß kalte Brotzeiten und Salate fast in gleicher
Auswahl wie warme Hauptgerichte angeboten werden.
Wir versuchen den italienischen Vesperteller ( 6 €
), eine respektable Portion, bestehend aus Parmaschinken
und drei verschiedenen Sorten italienischer Salami,
garniert mit grünen Oliven, eingelegten Kapernäpfeln
und Peperoni, dazu frisches Baguette. Eine Empfehlung,
besonders wenn man dazu noch den ökologisch angebauten
offenen Chianti ( 0,25 l € 2,50 ) oder den nicht
ganz billigen, aber wirklich exzellenten Nebbiolo
d´ Alba (0,75l €16,50 ) trinkt. Die Wirtsleute
kaufen ihn , wie auch andere Sorten, persönlich
im Piemont ein, die Qualität verrät den
Weinkenner. Aber auch ein zünftiges Bier wird
offeriert: Frankenbräu aus Riedbach/Hohenlohe,
ein naturtrübes, weil ungefiltertes Kellerbier,
und süffiges Selbstgebrautes aus der Brauerei
Unbehauen im benachbarten Spielbach munden vorzüglich
zum Beispiel zum Schnitzel , paniert mit Kartoffel-
und Blattsalaten ( 7,50 € ).Das Fleisch knusprig
und dünn, in der Pfanne gebraten, dazu ein gut
gewürzter Salat. Für Liebhaber der "schwäbischen
Variante" wird dazu extra Bratensoße gereicht.
Auch das Gemüseratatouille im Kräuterpfannkuchen
mit Salat ( 7 € ) schmeckte uns gut, eine Vielfalt
an Gemüsen, al dente und in leichter Sahnesoße
, umhüllt von einem duftigen Omelett. Offensichtlich
war alles frisch, auch der Salat, der freilich geschmacklich
nicht besonders hervorstach, nach altdeutscher Hausfrauenart
mit einem etwas leeren Essig-Öl-Dressing zubereitet.
Mit 9 € das teuerste Gericht auf der Karte, erfüllte
auch das Schweinefilet an pfiffiger Soße mit
Salat und Rosmarinkartoffeln die Erwartungen. Die
beiden Fleischstücke von normaler Größe
waren ordentlich gebraten und durch eine raffinierte,
sämige Soße ergänzt, deren Geheimnis
in der Verarbeitung von Mandarinen bestand, wie wir
später erfuhren. Dazu frisch gedünstetes
Gemüse und ein opulenter Beilagensalat mit der
schon beschriebenen nicht ganz geglückten Soße,
die den einzigen Minuspunkt dieses ansonsten wunderbaren
Gerichtes bildete.Da unser Besuch auf einen Freitag
fiel, konnten wir das sicherlich interessante Zusatzangebot
eines 3-gängigen Menüs am Samstagabend leider
nicht testen. Da gibt es dann auch einen Nachtisch,
den wir etwas vermißten. Wir wählten statt
dessen einen Holunderschnaps, interessant, weil selten,
aber ohne viel Fruchtgeschmack , wird er eigens für
das Haus gebrannt. Das besondere Samstagsessen soll
übrigens im Internet abzufragen sein, kostet
ca 15 € und wechselt jede Woche, Voranmeldungen
dazu sind erwünscht, unerläßlich sind
sie sogar beim Brunch, der jeden 1., 3. und 5. Sonntag
im Monat stattfindet. Ein "Renner", wie
man uns sagt, und schon wochenlang vorher ausgebucht,
ist diese Kombination von Frühstück und
Mittagessen von 10 Uhr 30 bis 14 Uhr für 14 €,
eine zum Studium überlassene Karte der angebotenen
Gerichte lässt tatsächlich auf eine üppige
und vielfältige Auswahl kalter und warmer Speisen
schließen. Aber nicht nur gut essen kann man
bei den Feuchters, sondern auch, wie es ja der Name
schon andeutet, Kultur genießen. Vorerst auf
die winterlichen Monate Oktober bis Mai beschränkt,
umfaßt das Programm, das übrigens auch
gerne zugeschickt wird, die verschiedensten Sparten:
Musik, Tanz, Kabarett, Kleinkunst, Rezitationen- was
sich bewährt soll vertieft werden. Die Wirtsleute
haben sich noch viel vorgenommen, richten auch gerne
Familien- oder Betriebsfeiern aus, führen gerne
ein freundliches Gespräch mit dem Gast , der
sich wirklich persönlich bedient fühlt.
Rundum also eine urige und nette Abwechslung im üblichen
Gasthauseinerlei und trotz ( oder gerade wegen ) der
etwas verschlungenen Anreise durchaus zu empfehlen.
Feuchters`, Bovenzenweiler 6, 74575 Schrozberg, Tel.07939-8025,
Fax -8027, e-mail: Fam-Feuchter@t-online.de, www.FeuchtersEssenundKultur.de,
Öffnungszeiten: Fr. ab 18 Uhr, Sa ab 15 Uhr,
So ab 10 Uhr 30 bis 20 Uhr. An einigen wenigen Wochenenden
in den Pfingst- und Sommerferien geschlossen, Termine
werden auf Anfrage gerne mitgeteilt.
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