|
|
 |
| |
|
| |
|
| |
>>> Getestet
|
| |
 |
| |
Einkaufen & Einkehren
Bäuerlicher Rastmarkt in Aurach
|
| |
|
| |
Bekanntlich sind Autobahnraststätten oft eher
berüchtigt als berühmt für ihre Küche,
doch wir suchten - angeregt durch einen "Insidertip"
nach der Ausnahme und fanden sie sozusagen vor der
Haustür. Auf der Fahrt nach Ansbach oder Nürnberg
nicht zu übersehen ist der weitläufige Bau
in Aurach, direkt an der B14 und der Autobahnausfahrt
der A6 gelegen, seit mittlerweile 6 Jahren eine feste
Größe, auch für das gastronomische
Angebot, geworden. Die gemeinsame Idee, eigene landwirtschaftliche
Produkte direkt zu vermarkten und damit Arbeitsplätze
zu erhalten, führte 1997 30 Bauern aus der Region
zusammen. Unterstützt von EU-Fördermitteln
setzten sie ihr Vorhaben in die Tat um und errichteten
einen Komplex, bestehend aus einer Markthalle mit
Restaurant und einem angegliederten Hotel ,wobei jedes
Segment wiederum an einen separaten Betreiber verpachtet
wurde. Das Konzept bewährt sich inzwischen und
anfängliche Schwierigkeiten im Markthallenbereich,
die für Schlagzeilen in der heimischen Presse
sorgten, wurden durch einen Betreiberwechsel behoben.
Uns interessierte natürlich in erster Linie der
Restaurantbereich, der zwar mit dem Lebensmittelverkauf
und einem Marktladen mit vorwiegend textilen Produkten
unter einem Dach vereint, aber separat zugänglich
ist. Eine wohltuende Abweichung vom Aufbau vieler
Raststätten, in denen der Kunde zunächst
einmal durch den Verkaufsbereich geschleust wird.
Tische, Stühle und Bänke aus hellem Kiefernholz,
zur Abwechslung auch mal in hellblau, großzügig
in Gruppen im lichtdurchfluteten Gastraum aufgestellt,
wirken einladend. Die große Raumhöhe wird
geschickt und phantasievoll durch abgehängte
schalldämpfende Stoffbahnen, jahreszeitlich wechselnde
Dekorationselemente oder auch eine Plattform mit Strohpuppen
kaschiert. Wer es intimer möchte, kann es sich
im etwas abgegrenzten Bistrobereich an 4er Tischen
entlang eines "Gartenzaunes" im Halbrund
um eine Bartheke gemütlich machen. Die Decke
ist hier nochmals optisch durch einen Halbkreis von
Holzspeichen, die mit Hopfen geschmückt sind,
abgesenkt, und man fühlt sich biergartenähnlich
beschirmt. Im gesamten Speiseraum hat man viel Platz,
auch für Kleinkinder, für die etliche Hochstühle
und eine Spielecke bereitstehen, und man bedient sich
selbst.
"Frisch vom Bauern auf den Tisch" ist dabei
das kulinarische Motto, erzählt uns Küchenchef
Jedlitschka, der mit 18-20 einheimischen Mitarbeitern
im Schichtbetrieb während der langen Öffnungszeit
von 6-1 Uhr für die Essenszubereitung zuständig
ist. Besonders in der Kernzeit von 11-20 Uhr bietet
er daher ländliche Speisen mit regionalen Gemüse-,
Geflügel- und Fleischprodukten , saisonale Aktionen
und eine Standardküche an, die auch noch nach
21 Uhr serviert wird und eine gängige Auswahl
an Salaten, Snacks, Schnitzeln und Steaks und diversen
Vespern enthält. Nach der Ausbildung in der "Kanne"
in Dinkelsbühl und drei weiteren Jahren in der
Schweiz ist er gerne in seine Heimat zurückgekehrt
und widmet sich seiner Philosophie einer heimischen
Küche mit Elan und Ideenreichtum. Wo sonst findet
man noch einen Möhreneintopf, Grünkohl mit
Mettwurst oder Steckrübensuppe auf der Speisekarte?
Wir versuchten es also auch gleich mit der letzteren:
für 2,50 € bekamen wir eine sehr schmackhafte,
deftige Brühe mit kleinen Kartoffel-, Rüben-
Speck- und Fleischwurstwürfeln, mit Kräutern
abgestimmt, und dazu noch eine große Scheibe
Bauernbrot. Auch die Leber "Berliner Art"
mit Apfel-Zwiebel-Schmelze, Kartoffelstopfer und kleinem
Salat ( 7,50 € ) überzeugte: ein großes
Stück, sehr gut gebraten, zart ohne alle Flexen,
reichlich mit der Zwiebel-Apfelmischung garniert.
Die dazugehörigen Kartoffeln waren frisch durch
eine Presse gedrückt, also noch nicht vom Schneebesen
zu Brei verwandelt - eine der kleinen Ideen, mit denen
der Teller den Gast auch optisch bestach. Der dazugehörige
gemischte Salat schmeckte ebenfalls köstlich.
Er war reichhaltig zusammengesetzt, gut gewürzt
und ungewöhnlicherweise mit selbstgerösteten
Weißbrotwürfeln angereichert. Der feine
Gemüseteller mit Bratkartoffeln und Tomatensoße
(7,50 €) war ebenfalls sein Geld wert, reichhaltig
in der Menge und Anzahl der dargebotenen Sorten: Rosen-
und Blumenkohl, Erbsen, Karotten und Bohnen und verschiedene
andere Gemüse zum Teil in überraschend unkonventionellen
(scharfen!) Geschmacksvarianten, dazu sehr gute Bratkartoffeln.
Ebenfalls zu empfehlen ist die gekochte Weideochsenbrust
mit sahniger Meerrettichsoße, Preiselbeerbirne,
Kartoffeln und kleinem Salat (8,80 €): vier Scheiben
zartes und geschmacklich gutes Fleisch in einer sehr
reichlichen Portion sämiger, milder Soße,
wahrlich zum Sattessen .Auch das Bauernsteak (8,20
€) war für den großen Hunger gedacht.
Ein großzügig bemessenes Stück Schweinesteak,
medium gebraten und an wirklich keiner Stelle zäh.
Darüber zahlreiche frittierte Zwiebelringe, die
sich sehr angenehm von den vielfach üblichen
Fertigprodukten abhoben: kroß und rösch
mit echtem Zwiebelgeschmack, dazu die schon gelobten
Bratkartoffeln. Eine üppige Mahlzeit ließ
auch die rustikal auf dem Holzbrett servierte Köhlerpfanne
(7,90 €) erwarten.
|
| |
|
|
| |
|
Bereits optisch sehr anregend: Die Köhlerpfanne |
| |
|
| |
Anderswo hieße sie Leberkäs mit Spiegelei,
und mehr wäre es dann auch nicht, hier versteckt
sich die Fleischscheibe unter zwei Spiegeleiern und
frischen Röstzwiebeln über sanft gebratenen
Kartoffeln in leichter Soße, ein reichlich sättigendes,
aber wohlschmeckendes und ansprechend angerichtetes
Essen.
Dazu wurden Tucher-Biere gereicht. Etwas Süffiges
zum Abschluß empfahl uns die ganz besonders
freundliche und zuvorkommende Bedienung: Einen likörartigen
mild-aromatischen Zwetschgenbranntwein (mit oder ohne
Eis), der hervorragend mundete. das Preis- Leistungsverhältnis
stimmte in allen Fällen, darauf legt man auch
besonderen Wert, denn, so erzählte Herr Jedlitschka,
man möchte ganz bewußt unter dem Preisniveau
der Autobahn bleiben. Für Abwechslung im Speiseplan
ist reichlich gesorgt: monatlich wechselt der Themenschwerpunkt,
je nach Saison gibt es Spezielles von Kartoffeln,
Spargeln, Lamm, Pilzen, Fisch, Pute, Nudeln etc.,
so daß auch bei mehrmaligem Besuch keine Langeweile
aufkommt, was der wachsende Anteil von Stammgästen
aus der Region zeigt. Auch Angebote wie Kaffee und
Kuchen (vom eigenen Konditor) und Musik am Sonntagnachmittag
werden sehr gerne angenommen, das sehr reichhaltige
Frühstück von 6-11 Uhr ( "nimm was
d´mogscht" ) für immerhin 8,50 €
erfreut sich ebenfalls einiger Beliebtheit. Eine etwas
separat gelegene Stube im rückwärtigen Gastraum
bietet zudem Raum für geschlossene Gesellschaften
bis zu 35 Personen, aber auch für größere
Feiern mit bis zu 80 Personen ist man gerüstet.
Natürlich sollte man auch der Markthalle einen
Besuch abstatten, und in der Regel wird man das auch
tun, denn Präsentation und Umfang des Angebotes
verlocken sehr zum Kauf, eine ausführlichere
Beschreibung würde aber den Rahmen dieses Berichtes
sprengen. Gehen Sie, lieber Leser, darum einfach hin
und probieren von Küche und Verkauf - Sie werden
es nicht bereuen!
Bäuerlicher Rastmarkt, geöffnet von
6-1 Uhr nachts, kein Ruhetag, direkt an B 14 und A
6 (Nürnberg - Heilbronn) Ausfahrt 50, Aurach,
Tel. 09804-93125,Fax 09804-93123.
|
| |
|
| |
|
| |
|
| |
|
| |
|
| |
|
| |
|
|
|
| |
|
| |
|
| |
|
| |
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
|
|
|
Es war einmal in Dinkelsbühl
|
|
|
|
von Patricia Lee Gauch
|
|
Bilder von Tomie de Paola
|
|
|
|
Das besondere Buch zur Kinderzeche !
|
|
|
|
Erhältlich bei der Buchhandlung Bauer Dinkelsbühl
|
|
|
|
€ 15,00
|
|
|
|