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Dem aufmerksamen Beobachter, der im vergangenen Jahr
durch unsere württembergische Nachbargemeinde
Neustädtlein fuhr, dürfte wohl nicht entgangen
sein, daß dort in Sichtweite der Hauptstraße
in rasantem Tempo ein mehrgeschossiger Bau von beachtlichen
Ausmaßen aus dem Boden wuchs. In nur 8 Monaten
entstand dort ein großes , turm- und giebelgekröntes
Hotel, gebaut von der 5. Generation der ortsansässigen
Gastwirts- und Unternehmerfamilie Meiser, die sich
mit der gegenüber liegenden bekannten Tanzmetropole
bisher schon einen guten Namen gemacht hat. Die Familien
Thomas und Armin Meiser setzen dabei zielstrebig die
lange Familientradition (die hauseigene Chronik geht
zurück bis 1832) fort: zunächst mit einer
eigenen Tanzkapelle und nun, nach vorausgegangener
2jähriger Planungsphase mit einem in der näheren
Umgebung wohl einzigartigen Hotelneubau. Alle Familienmitglieder
(bis auf die vier kleinsten der 6. Generation) arbeiten
mit, wobei ihre Berufe alle Bereiche des Gastgewerbes
abdecken: Der Senior Friedrich Meiser, gelernter Metzger
und Hausmusiker (wovon noch zu berichten sein wird),
seine Frau Erika, Kauffrau, die Söhne Koch und
Bankkaufmann, die Schwiegertöchter Restaurantfachfrau
und Europasekretärin. Alle ziehen an einem Strang,
kennen keine Ruhetage und stellen den Gast in den
Mittelpunkt; nur so erklärt sich der Mut, eine
Investition dieser Größenordnung in wirtschaftlich
nicht sehr rosigen Zeiten zu tätigen, und auch
der sich schon jetzt abzeichnende Erfolg. Am 3. Oktober
2003 öffnete das neue "Vital- Hotel Meiser"
erstmals seine Türen und wurde noch vor der offiziellen
Einweihung, die erst am 4.Februar diesen Jahres stattfand,
von Gästen geradezu gestürmt. Solchen Andrang,
noch dazu ohne besondere Werbung, hatte man sich nicht
träumen lassen . Auch uns kam schon bald Vielversprechendes
über das Haus sowie das dazugehörige Restaurant
zu Ohren - Grund genug, diese neue und nicht weit
entfernte gastronomische Adresse gleich zu testen
- bevor schon alle da waren! Erwartungsvoll gestimmt
näherten wir uns dem (abends sehr großzügig
ausgeleuchteten) Hotelkomplex, betraten den durch
einen Vorraum vom Haupteingang getrennten Empfangs-
und Restaurantbereich und glaubten uns augenblicklich
in eine andere Welt versetzt. Der im Werbeprospekt
des Hauses zu lesende und oft strapazierte Begriff
" Wohlfühloase" ist nicht zu Unrecht
gewählt, denn ein ausgesprochen angenehmes, rustikal-elegantes
Ambiente mit vielen alpenländischen Elementen
läßt sofort Ferienstimmung aufkommen. Man
erklärt uns, daß das Haus nach den Prinzipien
der fernöstlichen "Wohlfühllehre"
Feng-Shui gebaut wurde und der maßgeblich für
die Ausstattung verantwortliche Innenarchitekt aus
dem österreichischen Alpenraum (genau gesagt
aus Grän im Tannheimer Tal) stammt. Der totale
Kontrast zur hohenlohisch- fränkischen Umgebung,
aber gerade deswegen vielleicht so reizvoll ! Zwei
(mit zum Teil altem) Kiefernholz getäfelte Restaurantbereiche,
die nach Familienmitgliedern benannt wurden: die kleinere
"Stube zum Alten Fritz" mit imposantem Kachelofen
sehr gemütlich (auch für Raucher), und die
wesentlich größere "Romy-Stube"(für
die Nichtraucher), mit weit geschwungenen Theken versehene
Bereiche für die Bar und die Rezeption sowie
ein ebenfalls im Halbrund gestalteter Wintergarten
nehmen die Augen gefangen. Eine ganze Raumlandschaft
liegt vor uns, nur unterteilt durch verschiedene Ebenen
und je nach Funktion auch unterschiedliche Fußböden
(Cottofliesen und Holzdielen), halbhohe Brüstungen,
filigrane Gitterholzwände und unterschiedliche
Möblierung, alles geschmackvoll und stilsicher
aufeinander abgestimmt. Dazu dezentes Licht, weiche
Landhausstühle (oder gepolsterte Bänke mit
diversen Kissen), die Fenster von hochwertigen Vorhängen
umrahmt, die Tische fein eingedeckt und passend dekoriert.
Der erste Blick in die Speisekarte läßt
erahnen, daß man den Namenszusatz "Vital"
ernst nimmt, findet sich doch neben den gängigen
regionalen Gerichten vorwiegend Mediterranes, sowie
Fisch und Salate. Zwei Küchenmeister, ein Diätkoch,
ein Auszubildender sowie natürlich Thomas Meiser
selber kochen mit, und man hofft, in Zukunft das Konzept
der besonders leichten und bekömmlichen Küche
noch verfeinern zu können. Glanzzstück ist
dabei schon jetzt das Salatbuffet, in einer gesonderten
Ecke auf einer sehr schön gefliesten Theke angerichtet,
bietet es eine sehr große Auswahl frischer Zutaten.
Dabei fehlt fast keine Salatsorte, frische Sprossen
und gute Saucen lassen der individuellen Gestaltung
des Salattellers freien Raum. Als Vorspeise wählten
wir verschiedene Suppen, die alle empfehlenswert sind:
Sowohl die Hohenlohische Flädlesuppe mit guten,
hausgemachten Pfannkuchenstreifen als auch die Schwäbische
Maultaschensuppe mit Zwiebelschmelze (beide 3,50 €
) bestachen durch eine geschmacksintensive Brühe,
ebenso wie die Französiche Zwiebelsuppe (3,90
€) mit reichlicher Einlage. Etwas verzögert
serviert, hatte dabei aber die obligate käseüberbackene
Toastscheibe leider ihre Knusprigkeit eingebüßt,
wir führten es allerdings, wie auch einige kleine
Unebenheiten im ansonsten sehr freundlichen Service,
darauf zurück, daß das Stammpersonal an
diesem Abend bei der CMT- Messe in Stuttgart beschäftigt
war. Die Tomatensuppe mit Sahnehaube (3,90 €)
war tadellos: sämig, mit Tomatenstücken
fruchtig im Geschmack und fein gewürzt. Auch
der Gebackene Schafskäse mit Paprikastreifen,
Knoblauch, Zwiebeln, Oliven, Baguette (6,80 €)
rangiert auf der Karte noch als Vorspeise, schien
uns aber nach einer Suppe auch als Hauptgang für
den kleinen Hunger geeignet. Das Gemüse frisch,
alles in einer kleinen Auflaufform gratiniert und
schmackhaft zubereitet. Von den Hauptgängen versuchten
wir das Schweinerückensteak "Holzfäller
Art", eine Portion von ansprechender Größe,
das Fleisch in einer Sauce, die so gut schmeckte,
daß der Esser gerne noch mehr davon gehabt hätte
, mit vielen frisch gerösteten Zwiebelringen,
perfekt dazu passenden frittierten Kartoffelecken
und einer besonders reichlichen Beigabe von herzhaften
Speckbohnen. Auch die Schweinelende "Neustädtlein"
(3,8 0 €) überzeugte: mit frischen Steinchampignons,
angenehm abgeschmecktem Rahmsößle, hausgemachten
Spätzle und Salaten vom Buffet, alles so, wie
es sein soll. Die (geschälten ) Riesengarnelen,
gebraten in Olivenöl mit Frühlingszwiebeln,
Tomatenconcasse, Streifen von Zucchini und Baguette
(14,60 €) mundeten ebenfalls, besonders das noch
leicht bißfeste Gemüse und die würzig-milde
Marinade, die mitangekündigten schwarzen Oliven
fehlten allerdings. Neugierig waren wir auch auf die
Nudelgerichte: die Tagliatelle in Kräuterpesto
mit frischen Kräutern, Olivenöl, Pinienkernen,
mild gewürzt, Salate vom Buffet (8,70 €)
schmeckten fein. Angenehm im Biß die unterschiedliche
Konsistenz der weichen (aber immer noch al dente zubereiteten
) Nudeln und der etwas festeren Pinienkerne. Sehr
sättigend, aber ausgesprochen lecker waren auch
die Strigoloni "Salmon Star"(10,80 €),
eine feine Makkaroni-Art mit frischem Lachs, Basilikum,
Frühlingszwiebeln, Sahne und mit Mozzarella überbacken,
dazu ebenfalls die eigene Salatwahl. Dazu mundete
ein ausgezeichneter Rotwein (Kitzinger Klosterkeller,
Domina) oder von der Bierauswahl Pils (nur ) von Warsteiner,
Engel Gold aus Crailsheim oder ein süffiges König-Ludwig-Dunkel,
beides im "Krügle" und alles zu den
üblichen Preisen. Zwischendurch wurden wir von
stimmungsvoller Lifemusik des Seniorchefs, der leise
seine Ziehharmonika zum Klingen brachte, überrascht,
eine nette Geste, nicht übertrieben und sehr
persönlich. Den Verlockungen des Dessertangebotes
konnten wir schließlich auch nicht widerstehen.
Man hat sich hier auf Gängiges konzentriert,
Mövenpick-Eis mit diversen Beigaben: z.B. frisch
herausgebackene Apfelküchle (4,00 €) oder
fruchtige rote Grütze, beides mit Vanille-Eis
und Sahne, oder Honig-Mandel-Eis, alles von bewährter
Qualität. Da wir uns in diesem Bericht vorwiegend
auf das Kulinarische konzentrieren wollen, können
wir viel Interessantes über das Hotel und seine
Philosophie nur noch schlagwortartig erwähnen:
die komfortable Ausstattung der 50 Zimmer in drei
Kategorien, die Möglichkeiten, Tagungen und größere
Feste abzuhalten, das Angebot sogenannter Erlebnisarrangements
mit Komplettprogramm (wie Tanzen, Golfen, Wandern,
Radeln, Casinobesuch, Städtetouren nach Rothenburg
und Dinkelsbühl, Nutzung der demnächst fertigen
hauseigenen Wellnessanlagen) für den länger
verweilenden Gast. Die Idee, Augen , Gaumen und auch
die Seele zu verwöhnen, kommt an - sicher auch
bei Ihnen, wenn sie sich entschließen, sich
dort eine kleine "Aus- Zeit" zu nehmen und
sei es " nur" zum Frühstücksbuffet
(für 9,50 € und mit allein 18 Müslisorten!),
das auch für Nichthotelgäste erhältlich
ist oder zum nachmittäglichen Kaffeebesuch (mit
kleinem Kuchenbuffet), ab dem kommenden Sommer dann
auch auf der großen Sonnenterrasse mit 120 Sitzplätzen.
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