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Essen mit Aussicht

 


Flair Hotel „Die Post“
in Schillingsfürst

   
 
   
 

Auch wenn die schönen und warmen Tage dieses Jahres, an denen man genüßlich draußen speist, mittlerweile gezählt sind, möchten wir Ihnen hier doch einen Platz vorstellen, an dem man gerade dieses besonders gut könnte. Denn die große Aussichtsterrasse des mitten in Schillingsfürst gegenüber der Kirche gelegenen Hotels „Die Post“ bietet dafür ideale Voraussetzungen. Aber auch wenn man sich, wie wir , einen kühlen und verregneten Abend zum Ausgehen ausgesucht hat, wird man nicht enttäuscht. Die großen Panoramafenster im Restaurantsaal geben von fast jedem Platz aus den Blick frei auf die Anhöhe mit dem Schillingsfürster Schloß und mehr als 20 Kilometer freier Landschaft im Tauberquellgebiet. Keine noch so gelungene Einrichtung könnte diese Aus-sicht ersetzen, noch dazu wenn es einen schönen Sonnenuntergang zu bestaunen gibt – Beispiele dazu wurden uns in einer ganzen Sammlung von Photos des Hausherrn gezeigt. Friedrich Leiblein, der „Die Post“ zusammen mit seiner Frau Ute, die für die Küche verantwortlich ist, nunmehr schon in der 5. Generation als Familienbe-trieb führt, widmet sich seinen Gästen mit Hingabe: kein Ruhetag, kein Betriebsurlaub, man ist da; auch wenn mitten in der Nacht noch ein Überraschungsgast klingelt und Quartier möchte, ist er willkommen. Diese Gastfreundschaft hat alte Tradition; seit 1790 war „Die Post“ schon Gasthaus, später Postkutschenstation, Güterspedition mit Landwirtschaft und auch Weinhandel; doch davon später mehr.

Küche mit regionaler Vielfalt

Nach dem beeindruckenden Land-schaftspanorama schenkten wir nun unsere Aufmerksamkeit der Speisekarte, und da hatten wir einiges zu tun, denn bei der angebotenen Vielfalt brauchte es schon etwas Zeit zum Wählen. Grundsätzlich wird bei der breitgefächerten Auswahl jede Geschmacksrichtung bedient: Vegetarisch, Fisch (in der Karpfenzeit übrigens direkt aus dem Frischwasserbecken hinter dem Haus), Fleisch, Wild, jeder wird da etwas finden. Das Angebot ändert sich nach Saison, eine regionale, bodenständige Küche erwartet den Gast. Als Vorspeise versuchten wir: sehr pikant, aber fast zu mächtig den gratinierten Ziegenkäse mit Honig-Speck (7 €), dazu Schwarzbrot. Ein überraschender Geschmack, allerdings hätten die sehr reichlichen Speckwürfel ruhig noch etwas krosser sein dürfen, Vollkornbrot oder Pumpernickel wären neben dem gereichten Brot als Alternative auch willkommen gewesen. Eine Zucchinicremesuppe mit Tomatencroutons (3 €) mundete ebenfalls, schön cremig und mit dezentem Knoblauchgeschmack.Von den Hauptgerichten wählten wir das Zanderfilet an Honig-Senfsauce, dazu Reis und Salat (13,80 €): 3 Stücke knusprig gebratener Fisch, leider nicht grätenfrei, aber kräftig gewürzt und wohlschmeckend, die süßliche Sauce dazu interessant, aber vielleicht nicht jedermanns Sache, der Salat ausgesprochen lecker: ganz frisch, bunt gemischt und sehr fein angemacht. Auch das zweite Fischgericht war von guter Qualität: Filet vom Wels in Dillbutter mit Reis und Salat (13,80 €), vier schöne feste Stücke, deren Eigengeschmack gefiel. Der Reis dazu blieb aber etwas fad und hätte ein wenig mehr Fantasie verdient. Etwas Vegetarisches sollte auch sein: Käsespätzle mit Gorgonzola-Sauce und Salat (7,80 €), die Nudeln hausgemacht, die Käsesorte für dieses Gericht nicht ganz alltäglich, aber sehr lecker, die Zwiebeln kross geröstet und das Ganze im Extratöpfchen sehr heiß serviert. Auch das Fleisch konnte überzeugen: das Kalbsfilet an Sherryrahmsoße mit Romanesco-Röschen und Kroketten (18,80 €) wurde auf den Punkt gebraten und mit einer überaus wohlschmeckenden Soße serviert, leider war diese etwas sparsam für die reichliche Portion Fleisch, Kroketten und Gemüse. Auch gut die 4 zarten Rehrückenmedaillons mit Pfifferlingen, Prinzeßbohnen und Kroketten (18,50 €), nur die Sauce hatte eine Prise zuviel Salz abbekommen. Das Schnitzel Wiener Art mit Salatteller (8,80 €) war ebenfalls frisch und gut, Beilagenänderungen wurden problemlos akzeptiert. Die Portionen waren allesamt reichlich bemessen, das Preis-Leistungsverhältnis kann sich wahrlich sehen lassen, und das auch beim Nachtisch: zwei Pfannkuchen mit Zwetschgenmus und Vanilleeis (4,80 €), ein apartes Dessert. Von den diversen Eis-bechern probierten wir den vorzüglichen Nußknacker (ebenfalls 4,80 €)
mit Walnuß-, Scho-
koladen- und Hasel-nußeis, Mandellikör Krokant und Sah-ne, alles sehr fein im Geschmack.

Eigene Schnapsbrennerei

Die Ausrichtung auf regionale Produkte zeigt sich auch in der Weinkarte. Hier werden nur Weine aus dem Tauber-Frankengebiet (weiß) , sowie Baden und Württemberg ( rot) angeboten, eine sinnvolle Ergänzung ist die Erklärung der verschiedenen Rebsorten und die Vorstellung der beliefernden Weingüter. Auch ein Eigenbauwein findet sich im Angebot: der Schillingsfürster Dornfelder „Roter Fürst“ (3,60 € / 0,25 l) konnte durchaus überzeugen, und auch der sehr frische 2004er Weißburgunder trocken aus Tauber-Franken (Beckstein) für 3,90 € /0,25 l war seinen gehobenen Preis wert. Der Umgang mit den geistigen Getränken hat, wie oben schon angedeutet, in der „Post“ eine besondere Tradition: Vater Günther Leiblein war gelernter Faßküfer und Weinhändler, er konnte zudem in den 70er Jahren noch alte Obstbrennrechte für sich und seinen Sohn kaufen und gründete die Brennerei Frankenhöhe, die eine beachtliche Zahl von verschiedenen Hausbränden zum Verkauf bietet. Da finden sich diverse bekannte Obstsorten in vergeistigter Form (gut die Mirabelle für 2 € /2cl oder die Zwetschge vom Holzfaß für 3 € mit abgerundetem Fruchtgeschmack), aber auch Ausgefallenes. Mit Sicherheit eine Überraschung ist dabei der Wiesenkräuterschnaps von der Frankenhöhe ( 2,50 € für 2 cl), bei dem uns tatsächlich eine frisch gemähte Wiese aus dem Glas entgegenduftete. Wer es genauer wissen will, dem sei eine Schnapsprobe empfohlen, Ausführlicheres darüber ist im Internet zu finden oder bei Herrn Leiblein zu erfragen. Bedient wurden wir sehr aufmerksam und freundlich, am mit altrosa Leinen farbenfroh eingedeckten und frischen Rosen geschmückten Tisch saßen wir angenehm und ruhig, nur ganz leise ertönte Hintergrundmusik. Ein Plus für die, die beim Essen und danach keinen Rauch mögen: das Restaurant ist nur für Nichtraucher, und das schon seit 1997, damals war das allerdings noch nicht so leicht vermittelbar. Doch auch die Freunde des blauen Dunstes müssen im Haus nicht aufs Essen verzichten, in der kleineren, gemütlichen, mit himmelblau gedeckten Tischen und einem Kachelofen hübsch eingerichteten Gaststube, die zur Straßenseite hin liegt, gibt es in dieser Hinsicht keine Beschränkungen, allerdings auch nicht die beschriebene schöne Aussicht. Und nun zum Schluß noch eine Bitte an den geneigten Leser:
Die Suche nach immer neuen gastronomischen Empfehlungen in akzeptabler Entfernung gestaltet sich mit den Jahren nicht unbedingt einfacher. Deshalb würden wir uns über Anregungen aus Ihrem Kreis freuen, vielleicht schreiben Sie uns ja einfach mal?

Flair Hotel „Die Post“, Familie Leiblein,
Rothenburger Str. 1,
91583 Schillingsfürst,
Tel. 09868 – 9500, Fax 09868 – 95250,

e-mail: diepost@arcor.de,
www.rothenburg.de/hotel-post

   
 
 
 
 
   
 
Von der Geschichte leben ?
 
Das Beispiel Dinkelsbühl
 
 
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