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Ein paniertes Schnitzel oder knusprige Bratkartoffeln – wer verspürt nicht ab und zu Lust auf diese Küchenklassiker, die so einfach zuzubereiten sind und doch manchmal enttäuschend dargeboten werden. So, wie man sie sich bestenfalls in der eigenen Pfanne gebraten vorstellt, bekommt man sie und noch diverse andere gute Gerichte jedenfalls in der Krone in Leutershausen serviert! Einer Empfehlung und auch dem Wunsch, mal wieder ein gutbürgerliches Haus vorzustellen, folgend, machten wir uns auf den Weg ins westmittelfränkische Umland. Richtung Ansbach fuhren wir, in Neunstetten links ab, und nach einer halben Stunde hat man den Gasthof, der unübersehbar mitten im kleinen historischen Zentrum liegt, erreicht. Ein prächtiges rotes Fachwerkgebäude, das mit einem auffallenden, weit herausragenden kunstgeschmiedeten Wirtshausausleger die namensgebende Krone über den Köpfen der eintretenden Gäste schweben lässt, ein schöner Blickfang in der Häuserzeile. Weit zurück reicht die Geschichte des Gasthauses; der erste bekannte Besitzer wird immerhin schon 1432 in den Stadtbüchern erwähnt. Seit nunmehr 30 Jahren wird es von dem Pächterehepaar Arm bewirtschaftet, wobei er als ausgebildeter Koch und Küchenmeister ihr das Kochen so gut beibrachte, dass sie es mittlerweile hauptsächlich übernommen hat und zwar mit wirklicher Begeisterung. „Ich möcht´ nichts anderes machen“, erzählt uns Frau Arm, und man glaubt es ihr aufs Wort, wenn man ihre liebevoll und sorgfältig zubereiteten Gerichte versucht.
Hausgemacht im besten Sinne
Schon das eingangs erwähnte panierte Schnitzel mit Pommes frites und Salat als Senioren- oder Kinderportion für 4,80 € (!) ließ nichts zu wünschen übrig: ein mittelgroßes und für den normalen Appetit völlig ausreichendes dünnes Stück Fleisch in feiner, gut haftender Panade, in der Pfanne gerade richtig gebräunt, dazu goldgelbe, wenig fette Pommes frites und ein kleiner süß-sauer angemachter Salat mit frischen Zutaten (Blattsalat, Tomaten, Radieschen, Gurken und roten Zwiebeln). Das alles erfreute den Esser, vor allem bei diesem sehr guten Preis-Leistungsverhältnis. Doch die Speisekarte in der Krone hat noch weitaus mehr zu bieten, je nach Jahreszeit auch Spezialitäten, die von regionalen Erzeugern stammen, so zum Beispiel Fisch aus den umliegenden Weihern oder Wild von einheimischen Jägern. Das Fleisch wird meist von der Metzgerei Lindörfer aus Bechhofen bezogen, an Ostern gibt es auch mal Kalbfleisch aus dem Limousin. Reich ist die Auswahl an Gegrilltem und Gebratenem, aber es wird auch der fündig werden, der es lieber fleischlos mag. Eine Klößchensuppe (2,40 €) zum Beispiel kann man da vorneweg essen, eine schmackhafte und appetitanregende Brühe mit einer reichlichen Anzahl kleiner Nocken aus einer Semmelbrösel-Grießmischung. Oder Kässpätzle mit Salat (5 €), selbstgemacht und locker mit krossgebratenen Zwiebeln drüber – ein echter Genuss. Auch die Hähnchenbrust natur mit Reis und Gemüse (8,50 €) fand Anklang. Das gebratene Geflügelfleisch war zart und delikat, der Reis körnig und al dente zubereitet genauso wie die ansprechend zusammengestellte Gemüsemischung aus Brokkoli, Möhren, Zuckerschoten und Blumenkohl. Für den größeren Hunger sind die normalen Fleischgerichte gedacht, zum Beispiel der Grillteller nach Art des Chefs mit Pommes frites und Salat (9,50 €): zwei Scheiben Lende, eine Scheibe vom Kotelettstück, eine große Scheibe Rindfleisch, eine Nürnberger Bratwurst und eine kleine Scheibe ganz knuspriger Speck, alles zart und genau richtig gebraten. Auch der Lendenspieß mit Bratkartoffeln und Salat (9,50 €) überzeugte; drei saftige Stück Schweinelende auf einer reichlichen Portion erfreulich rösch gebratener Kartoffeln, die allerdings das Nachwürzen mit Salz und Pfeffer gut vertragen konnten. Ebenfalls gut war der Schlemmertopf (9,80 €), der neben zarten Schweinefiletscheiben und reichlich echten Pfifferlingen in würziger Rahmsauce auch noch aus vielerlei auf den Punkt gegarten Gemüsesorten und Kroketten bestand. Dazu ein Bier – nur von Tucher – : Pils 0,3l für 2,20 € oder Urfränkisch Dunkel 0,5l für 2,10 €, oder einen Wein – hier Rödelseer Küchenmeister Silvaner (allerdings ohne Jahrgangs-angabe) 0,25l für 3,20 €, der angenehm fränkisch trocken schmeckte und ein ausgeprägtes Silvaneraroma hatte.
Sehenswerte Umgebung
Das Essen in der Krone empfanden wir also als reelles, grundsolides Angebot, ohne Schnickschnack, aber von guter Qualität. Häufig wiederkehrende Gäste beweisen den Wirtsleuten auch, dass sie mit ihrer Küche richtig liegen. An Sonn- und Feiertagen ist eine Reservierung angeraten. In den beiden Gaststuben, die links und rechts der großen Eingangsdiele liegen, haben jeweils 35-40 Personen Platz, man sitzt gemütlich, ein großer Saal für bis zu 150 Personen ist im rückwärtigen Bereich des Hauses vorhanden. Im Sommer wird eine große Fläche vor dem Haus zum Biergarten, der gerne auch von durchfahrenden Radtouristen aufgesucht wird. Altmühl- und Taubertalradweg bringen Gäste, vier renovierte Zimmer laden zudem zum Übernachten ein. Und noch ein Tipp: wem ein Besuch von Leutershausen, das immerhin Geburtsort des ersten Motorfliegers der Welt namens Gustav Weißkopf und der Mutter von Henry Kissinger ist (für ersteren gibt es ein Museum, und das Haus der Mutter ist auch markiert) noch nicht interessant genug erscheint, der kann vielleicht mit den zahlreichen Wandervorschlägen, die unter www.Leutershausen.de zu finden sind, etwas anfangen.
Zur Krone, Gerda Arm, Am Markt 31, 91578 Leutershausen, Tel.09823-91002, Fax 09823-91003, www.gasthof-zur-krone-online.de
Ruhetag Montag, sonst ganztags geöffnet.
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