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  >>> Theater, Funkfeuer-Nummer 46, Herbst 2002
   
 
Die Sommerfestspiele des Fränkisch-Schwäbischen Städtetheaters in Dinkelsbühl
  Erfolg unerwartet, aber verdient
  Nur bescheidenes Medien-Echo von außerhalb
   
 
"Das Fränkisch-Schwäbische Städtetheater kann sich auch in dieser Saison neben den finanzkräftigeren Kreuzgangspielen behaupten. (...) Dass die 'Comedian Harmonists' zum Überraschungsstück der Sommer-Spielzeit werden konnten, liegt an Peter Cahns Augenmaß für das Mögliche." So lesen wir in Thomas Wirths (FLZ) Bilanz der Freilicht-Saison in Feuchtwangen und Dinkelsbühl.Umso mehr wundert uns, daß wir von auswärtigen Kritikern nicht mehr Resonanz auf diese Rekordleistung - Zahlen wurden in der Presse mehrfach veröffentlicht - mitbekommen konnten. Dies zu ändern, ginge wohl nur über aufwendiges Nachfragen bei den einzelnen Zeitungen oder über eine teure Agentur. Begnügen wir uns also mit dem Vorhandenen. Eine "sehens- und hörenswerte 'Comedian Harmonists'-Inszenierung von Peter Cahn" resümiert Dieter Schnabel in seinen mehr beschreibenden, weitgehend gleichlautenden Besprechungen für mehrere Tageszeitungen (Augsburger Allgemeine, Donau-Kurier Ingolstadt, Fränkische Nachrichten Tauberbischofsheim, Hohenloher Tagblatt Crailsheim und Schwäbisch Hall). Ein in Donauwörth wohlbekanntes Stamm-Ensemble, "ein wunderbar aufeinander eingespieltes sechsköpfiges Team" begrüßt der Berichterstatter (hro) der "Donauwörther Zeitung". Alles sei "sorgsam inszeniert, mit einfallsreicher Choreographie präsentiert und schwungvoll gesungen. Christian Auer, als musikalischer Leiter selbst am Klavier, ist mit seinem einfühlsamen Spiel dabei immer eine sichere Stütze." Zurück zu Thomas Wirth. Worin sieht er Peter Cahns "Augenmaß für das Mögliche"? "Der äußere Aufwand, um die Geschichte des Erfolgs-Sextettes zu erzählen, ist vergleichsweise gering, Immens aber sind die Anforderungen an die Schauspieler, die eben nicht nur spielen, sondern auch anhörbar singen können müssen. Kein Problem: Das Ensemble hat die Herausforderung mit viel Talent und Probenfleiß geschultert. Zusammen mit Peter Cahns pfiffiger Regie wird ein ebenso amüsantes wie unangestrengt nachdenkliches Stück daraus." Das war's dann schon, was uns eine gelungene Sommerinszenierung im Blätterwald der weiteren Umgebung einbrachte. Mehr gab es vor der Premiere zu lesen, die Öffentlichkeitsarbeit des Theaters funktioniert. "Beim Kinderstück liegt nach wie vor Feuchtwangen vorn", konstatiert Wirth und vermißt in der Dinkelsbühler Inszenierung von "Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer" die Seele. In der unvermeidlichen Assoziation zur "Augsburger Puppenkiste" läßt Cahn "die Schauspieler anfangs als Puppen hopsen, spielt damit unverhohlen auf das große Vorbild an und ironisiert es gleich darauf in Grund und Boden. Das ist mal lustig, mal nervig, treibt aber auf jeden Fall die Poesie aus der Geschichte." Auch Emma, die Lokomotive, war nach Wirths Ansicht "nie so nur-maschinenhaft und unlebendig. Wo doch jeder weiß, dass eine Dampflok eine Seele hat, irgendwie wenigstens." Peter Cahn halte bei "Jim Knopf" "seine jungen Zuschauer, wie im vergangenen Jahr, mit überdrehter Komik bei der Stange, verfehlt aber so den humanen Kern der Geschichte." "Der Weg, den die Kreuzgangspiele beim Kinderstück eingeschlagen haben, ist allemal der bessere." Diese Inszenierung lebe "durch Phantasie, Tempo, Witz und Poesie und durch ein blendendes Ensemble." All das - außer der Poesie - wird aber von anderen Kritikern der Dinkelsbühler Kinderstück-Inszenierung auch bescheinigt - bei allem Respekt vor Wirths engagierter Stellungnahme und seinen offensichtlich sensiblen Vorstellungen von dem, was Kindertheater sein soll.

   
 
   
   
   
   
   
 
   
 
   
   
   
 
 
 
 
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Lexikonartikel,
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