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Wenn wir in lockerer Folge von Auswärts-Gastspielen
des Fränkisch-Schwäbischen Städtetheaters
mit Inszenierungen der laufenden Spielzeit berichteten,
so war es unser Anliegen, unseren Lesern weiterzugeben,
wie sich Erfolge unseres Theaters in den Besprechungen
auswärtiger Zeitungen spiegeln. Heimische Presseberichte
wollten wir eigentlich nicht wiederholen, sondern
der eigenen Lektüre der Theaterbesucher überlassen.
Allzu oft ließ sich aber dieses Vorhaben so
nicht verwirklichen, weil uns keine oder zu wenig
Presseberichte auswärtiger Zeitungen vorlagen.
Dieses Mal können wir wenigstens über das
Echo zur Heinz-Erhardt-Revue "Ohne Krimi geht
die Mimi nie ins Bett" und zu Woody Allens Komödie
"Spiel's noch mal,Sam" berichten, während
uns bis Redaktionsschluß zu den letzten beiden
Winterinszenierungen noch nichts vorlag.
Reinhardt Gruß ist zwar Dinkelsbühler (wenn
man das von einem zugezogenen Rothenburger behaupten
darf), aber er schreibt für das "Hohenloher
Tagblatt", so am 4. Oktober 2003: Gruß
hebt namentlich Autor und Darsteller Frank Piotraschke
hervor. Er habe "in den vergangenen Jahren komödiantische
Glanzlichter gesetzt und überzeugt auch dieses
Mal uneingeschränkt." Auch Andreas Peteratzinger
am Schlagzeug und Andreas Harwarth am Akkordeon "sind
echtes Erlebnis", z.B. wenn sie "schauerlich
schön" die "Caprifischer" erklingen
lassen. Weil aber Kritiker "natürlich gelegentlich
grummeln, um ihre Daseinsberechtigung nachzuweisen",
kann auch Gruß nicht verschweigen, was er bei
der Inszenierung der von Frank Piotraschke zusammengestellten
Revue vermißt: "Im Gegensatz zu Heinz Erhardt,
der seinen Frieden mit der Adenauerrepublik geschlossen
hatte, unterhalten, aber nicht verletzen wollte, hielt
Neuss dem Staat und seinen Machtträgern immer
wieder den Spiegel vor. Ein wenig mehr Neuss, ein
wenig mehr Kritik hätte schon sein dürfen.
Bei 'Rote Lippen soll man küssen' vor zwei Jahren
passte die Mischung von Unterhaltung und kritischen
Untertönen besser." Trotzdem: "Das
Premierenpublikum war begeistert ... von fünf
Schauspielern, die stimmlich hervorragend disponiert
sind und mit großer Spielfreude agieren. Liebevoll
rekonstruiert das Bühnenbild das Ambiente der
Zeit. Weder Milchkanne noch Caro-Dose fehlte."
Auch dem Kritiker der "Siegener Zeitung"
vom 6. Oktober 2003 fallen "die kreisförmige
Mustertapete, die hautengen Anzüge und Pullunder,
die Petticoats und die akkuraten Scheitelfrisuren"
als gelungene Beispiel des Zeitkolorits auf: "Es
stimmte alles", vor allem auch die von Frank
Piotraschke dargestellte Figur Heinz Erhardts: Er
spielte sich zwischendurch immer wieder "in die
Herzen der Zuschauer, wirkte mit Scheitel und Hornbrille
wie der Komiker selbst, jonglierte mit Wörtern
wie einst der begabte humoristische Dichter und begeisterte
mit zungenbrecherischen Wortkaskaden und bekannten
Ulknummern,. Selbst die Gesten Heinz Erhardts beherrschte
er bis ins Detail. ... Am Ende war das Publikum einer
Meinung: diese witzige Zeitreise war überaus
gelungen."
Im Weißenburger Kulturzentrum Karmeliterkirche
erlebte das Publikum, so Rainer Heubeck im "Weißenburger
Tagblatt" vom 25. Oktober 2003, "eine herrlich
erfrischende und beschwingte Revue".
Das Quintett der Schauspieler "überzeugte
sowohl schauspielerisch als auch am Schlagzeug, mit
dem Akkordeon und nicht zuletzt mit ihren Stimmen.
... Es hatte für die Inszenierung kräftig
den Staubwedel angesetzt und verhalf den fünfzigern
und deren heiteren Elementen zu neuem Glanz. Der vielleicht
erwartete scheppernde Brezelkäfer entpuppte sich
als chromblitzender und flotter Cadillac." Und
zu Frank Piotraschke: "Dass ... der heitere Funke
ins Publikum übersprang, war vor allem Verdienst
von Frank Piotraschke. Fast könnte man eine direkte
Verwandtschaft von Erhardt und dessen Nachahmer vermuten,
so perfekt verkörperte der Schauspieler den ersten
heiteren Antihelden der deutschen Fernsehgeschichte.
Piotraschke hatte sich vor allem die fast singende
Sprachmelodie verinnerlicht, so dass er mit geschlossenen
Augen kaum vom Vorbild unterschieden werden konnte.
Und auch die manchmal etwas unbeholfen wirkenden Bewegungen
Erhardts gelangen dem Schauspieler perfekt. So geriet
die Revue zu einer perfekten Retrospektive mit witzigen
Wortspielereien und hintersinnigen Sätzen."
Vor einem "begeisterten Publikum" spielte
das Theater die Heinz-Erhardt-Revue in Pfronten. Heinz-Josef
Fröschen berichtete im "Füssener Blatt"
vom 28. Oktober 2003: Nach knapp zwei Stunden mit
"nicht nur excellenten Schauspielern, sondern
auch Musikern hoher Qualität ... fand ein hinreißender
Abend im sehr gut gefüllten Pfarrheim ein begeisterndes
Ende".
Woody Allens "Spiel's noch mal, Sam" wurde
nach Reinhardt Gruß' Bericht im "Hohenloher
Tagblatt" vom 3. November 2003 "mit einem
blendend aufgelegten Ensemble wirkungsvoll auf die
Bühne gebracht. ... Fazit: Ein vergnüglicher,
unterhaltsamer Abend, ein Regiekonzept, das Wortwitz
und Situationskomik der Vorlage voll ausreizt, und
ein Publikum, das sichtlich und hörbar zufrieden
ist."
Ähnlich wird zu dieser Inszenierung aus Wolfhagen
von der HNA am 27. Januar 2004 berichtet. Mit
einer flotten Inszenierung und einer hervorragenden
Besetzung erlebten die Zuschauer "einen amüsanten
und rundum gelungenen Theaterabend".
Bei so viel Lob lassen wir besser zwei Berichte zu
"Der Wilddieb beim Dinner for one" beiseite.
Sie stammen aus München (!) und aus Donauwörth
und können mit ihren beschönigenden und
alle Mängel zudeckenden Formulierungen [ "
... zeitweise schrammt alles auch nur haarscharf (?)
am comedyhaften Klamauk vorbei (?)"] uns nicht
überzeugen. Freuen wir uns lieber über die
echten Erfolge unseres Theaters.
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