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Immer in Bewegung

Elke Walter und ihre sportpädagogische Arbeit

   
 

"Dinkelsbühler Jazztänzerinnen gewinnen Deutsche Meisterschaft" -spätestens diese Zeitungsmeldung vom vergangenen Jahr machte aufmerksam auf eine junge Mannschaft , die schon seit Jahren mit beachtlichen sportlichen Erfolgen der Stadt zu positiver Werbung verhilft . Dieses Ziel mit "mit meinen Mädchen", wie Trainerin Elke Walter die Tänzerinnen liebevoll nennt, zu erreichen, sei immer ihr Traum gewesen .Wie sie dorthin gekommen ist, welche Arbeit dahintersteht, das interessierte uns, gab zu Fragen Anlass. Der Weg war nicht klar vorgezeichnet ,die Existenz einer Jazztanzgruppe innerhalb des TSV 1860 Dinkelsbühl ein Novum, das unter ihrer Regie entstand , das Ergebnis langjähriger und disziplinierter Arbeit, die man nur mit Freuden leisten kann, wenn eine gehörige Portion Leidenschaft den Antrieb bringt. Die Liebe zum Sport und zur Bewegung war Elke Walter dabei in die Wiege gelegt, alles andere nicht, und so hatte auch ihre erste Ausbildung mit dem Sport gar nichts zu tun. Etwas "Vernünftiges" sollte es sein, und daher erlernte sie einen technischen Beruf, aber die Begeisterung für körperliche Bewegung und dafür , diese auch anderen zu vermitteln, war stärker. In der kirchlichen Jugendarbeit hatte sie schon früh Erfahrungen mit Kindern gesammelt, über den Sportverband machte sie verschiedene Übungsleiterscheine und schließlich noch eine Ausbildung zur Tanzpädagogin. Mit diesen im 2. Bildungsweg konsequent erarbeiteten Qualifikationen ist sie seit 1978 als Sportlehrein im Schuldienst tätig. Da das Tänzerische immer der Motor ihres Engagements war, begann sie früh beim TSV und auch der Volkshochschule Kurse zu veranstalten. Jazzgymnastik nannte sich das damals, eine allgemeine Gymnastik, zum Teil auch mit Geräten, unterlegt mit moderner Unterhaltungsmusik und kombiniert mit dem Erlernen fortlaufender zuerst einfacher, dann anspruchsvollerer Schrittkombinationen . Nach den Anfängen schritt die Entwicklung in dieser Sparte des Sports dann in den vergangenen 10 Jahren rasant voran, aus der Gymnastik nach moderner Musik wurde der Jazztanz , Elemente des klassischen Balletts und des modernen Tanzes verschmolzen und wurden neu aufgenommen. 1990 schließlich fand der erste Wettbewerb Gymnastik und Tanz statt, 1994 in Dance Cup umbenannt, und schon seit 1992 war Elke Walter mit ihrer Dinkelsbühler Truppe in vorderster Reihe mit dabei. Dass dabei ihr Einsatz und die Tanz- und Arbeitsfreude ihrer jungen Damen überdurchschnittlich waren, beweist der anhaltende Erfolg: Als gefürchtete Favoriten holten sie sich bereits zehnmal den bayerischen Meistertitel , 2002 wurden sie deutsche Meister und auch bei der alle 4 Jahre stattfindenden international besetzten "Welt-Gymnastrada" , einer Veranstaltung ohne Wettbewerbscharakter, waren sie schon vertreten, zweimal durften sie bisher ihr Können im Fernsehen vorstellen. Drei Gruppen von 8 - 10 Mädchen ( nur ein einziger junger Mann hat sich in diese weibliche Domäne gewagt!) werden von ihr und mittlerweile auch von der mithelfenden Tochter, die ebenfalls eine Tanzausbildung absolviert hat, trainiert. Einige sind schon von Anfang an dabei, Nachwuchs rekrutiert sich zum Teil aus den Schülern ihres privaten Tanzstudios, das sie seit Jahren betreibt . Nicht immer einfach ist die Arbeit mit den heranwachsenden Tänzerinnen, die im Schnitt zwischen 16 und 20 Jahre alt sind, Ehrgeiz und Wettkampfstress bringen so manche Belastung mit sich. Aber nicht nur die technischen Voraussetzungen und die Motivation müssen stimmen, sondern auch die Choreografie des Auftritts, die Auswahl der Musik und der Kostüme. Wo holt sich Elke Walter ihre Ideen? "Das muss man in sich haben" betont sie, natürlich bieten das Fernsehen , Auftritte von professionellen Tanzgruppen oder Ähnliches Anregungen, aber etwas nachahmen würde sie nie, denn "Kopien sind immer schlecht". Lediglich eine Schneiderin hilft bei der Umsetzung der Kostümentwürfe, die im übrigen von den Teilnehmerinnen aus eigener Tasche zu zahlen sind. Musikstücke werden sorgfältig ausgewählt und gemischt, da ähnlich wie bei der Kür des Eiskunstlaufes selten ein einziger Titel den Hintergrund für alle verschiedenen Elemente der Darbietung bilden kann. Zu all diesem Engagement kommen noch eine Ausbildertätigkeit für die Übungsleiter in ganz Bayern für den bayerischen Turnverband und im Kampfrichterbereich Dance beim deutschen Turnerbund und eine fortlaufende Weiterbildung an etlichen Wochenenden . Auch die Ausbildung in der Rückenschule gehört dazu .Viel Arbeit, die sie- das betont sie dankbar- allerdings ohne die große Hilfe und das Verständnis ihres Ehemannes, der sie und die Gruppe auf allen Wettkämpfen begleitet, nicht bewältigen könnte. Auch wenn ihre Tänzerinnen nun schon viele Siege errungen haben, denkt sie doch noch nicht an ein Ende ihrer Laufbahn, im Gegenteil wünscht sie sich , noch möglichst lange harmonisch weiterarbeiten zu können.

   
   
 
 
 
 
   
 
Von der Geschichte leben ?
 
Das Beispiel Dinkelsbühl
 
 
von Ernst-Otto Erhard
   
 
"Eine ebenso liebevolle wie kritische Diagnose" (Charivari)
   
 
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