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An einem regnerischen Montagnachmittag, so ziemlich genau nach der Kinderzeche, machten wir uns, d.h. mein Fotograf und ich, auf, das Geheimnis der Skatoffeln zu ergründen.
Auf der Straße hatten wir bereits eine gesichtet und folgten ihr kurzentschlossen in den Keller eines Hauses in der Sonnenstraße, in einen Raum, der sich dann als der wöchentliche Treffpunkt der Skatoffeln entpuppte, also der sogenannte Skatoffelkeller.
Beim Betreten des Raumes waren gerade mal vier der o.g. Gattung anwesend, und ich dachte eigentlich, daß wir komplett wären, aber immer wieder ging die Türe auf, und es kam noch eine dazu, bis dann schließlich die stattliche Anzahl von 8 Skartoffeln anwesend war und wir beginnen konnten.
Hinter dem Namen „Skatoffeln“ stecken 8 junge Männer im Alter zwischen 15 und 18 Jahren, von denen die meisten noch Schüler sind.
Sie verstehen sich zwar hauptsächlich als SKA-Band, lassen aber gelegentlich auch andere Musikstile in ihre Musik einfließen.
Die Idee für die Band entstand aus Jux während eines Tanzkurses zweier Bandmitglieder, wurde dann aber sofort in die Tat umgesetzt. Das heißt im Klartext: Da kennt einer einen, der einen kennt, der mit einem befreundet ist, von dem man weiß, daß er ein Instrument spielt, das zur Band paßt, z.B. im günstigsten Fall Kollegen aus der Knabenkapelle oder der Schule, und dann gibt es ja noch das NÖ (evangelischer Jugendtreff in DKB). Wenn dann, wie in diesem Fall, die Band noch einen Sänger braucht und dort ein „arbeitsloser“Interessierter herumsitzt, der „zufällig“ soviel Spanisch kann, wie man beim Gesang benötigt, dann kann nichts mehr schief gehen, und die Band ist komplett.
Irgendwann also hatte Michael ‚El Bosso’ Beck (Trompete) überlegt, was er denn nach seiner Knabenkapellzeit so machen könnte, und um nicht in ein musikalisches Loch zu fallen, hat er angefangen, mit Hanno ‚El Hanno’ Kampf (Gitarre) die Bandidee zu entwickeln. Da die Musik-richtung SKA eine Menge Instrumente erfordert, kamen ziemlich schnell Frank ‚Basser’ Ahamer (Bass), Fabian ‚Fabi’ Friedrich (Schlagzeug), Johannes ‚Garzelle’ Gaar (Saxophon), Martin ‚Gogo’ Gogolin (Sänger), Sebastian ‚Sebi’ Gottwald (Gitarre) und Gero Viertel (Trompete, Keyboard) dazu.
Die Jungs treffen sich einmal pro Woche zum Üben, d.h. wenn alle Zeit haben – was bei 8 Personen gar nicht so einfach ist. Der Probenraum ist im Haus von ‚El Bossos’ Eltern, und wenn alle versammelt sind, mit den Instrumenten, Verstärkern und was man sonst noch so braucht, ist es ganz schön voll.
Nachdem die Musikrichtung SKA oben schon ein paar Mal erwähnt wurde, wollten wir natürlich erst einmal für Uneingeweihte (und dazu zählt sich auch die Interviewerin selbst , der Fotograf im Gegensatz war bestens informiert) wissen, was SKA eigentlich ist.
Also, dann erklärt doch mal, was SKA eigentlich ist?
Ska ist eine sehr fröhliche, positive Musik, die als Vorläufer des Reggae gilt und bereits in den 50er Jahren entstanden ist. Es gibt 3 Richtungen, die frühe, gerade schon erwähnte, die zweite in den 80er Jahren in England entstandene, die auch politischer war und die dritte, deren bekanntester Vertreter die Gruppe SKA-P ist.
SKA braucht auf alle Fälle Blasinstrumente und den zeitversetzten Einsatz einer Gitarre.
Wir haben zwei Gitarren, die für SKA speziell nicht nötig wären, da wir ab und zu aber auch punkige Sachen spielen, ist die zweite Gitarre absolut von Vorteil.
Die SKA-Texte sind oft in Spanisch, es ist aber auch jede andere Sprache zu finden. Wir bevorzugen die spanische Variante, weil wir sie für die beste halten, und haben natürlich den Vorteil, daß unser Sänger Spanisch kann.
Ihr hattet ja bereits einen Auftritt vor Publikum bei Rockin’ School. Was ist es denn für ein Gefühl, auf der Bühne zu stehen?
Wir hatten irres Lampenfieber, und als wir dann endlich eingespielt waren, war unser Auftritt leider schon vorbei. Das Publikum wollte sogar eine Zugabe, wir hatten aber alles, was wir im Programm haben, bereits durchgezogen, also haben wir improvisiert und einen Blues als Zugabe gebracht.
Außerdem war ausgerechnet an diesem Termin unser Sänger nicht da, aber Andreas Gerlach ist glücklicherweise kurzfristig eingesprungen, und es hat gut geklappt.
Schreibt ihr selber oder covert ihr?
Bis jetzt haben wir nur gecovert, sind aber bereits dabei, etwas Eigenes zu schreiben.
Wie seid ihr denn auf den Namen Skatoffeln gekommen?
Ach, wir haben so rumgeblödelt und rumprobiert, und dann war er plötzlich da der Name.
Was ist für die nahe Zukunft geplant?
Also, zuerst einmal üben, üben, üben und unser Programm erweitern, das noch nicht sonderlich groß ist, weil wir ja erst angefangen haben.
Dann wollen wir ein Demotape aufnehmen. Wir kennen jemanden, der zu Hause ein Studio hat, und dort wollen wir es versuchen. In ein richtiges Studio zu gehen, wäre viel zu teuer, da wir mit unserer Musik noch kein Geld verdienen.
Dann hatten wir noch einen zweiten Auftritt, allerdings war das in einer Garage – eine eher halböffentliche Probe.
Für den Herbst haben wir uns für ein hiesiges Festival beworben, da wissen wir allerdings noch nicht, ob es klappt.
Natürlich würden wir auch überall anders spielen, Hauptsache ist, wir bekommen Auftrittsmöglichkeiten. Wenn jemand Interesse hat, soll er sich mit ‚El Bosso’ in Verbindung setzen unter der
Tel.-Nummer: 09851-1300 oder
e-mail: michi_beck86@web.de .
Und wie sieht’s mit Fans aus?
Witzigerweise haben wir bereits einen Fanclub, obwohl wir ja erst einmal öffentlich aufgetreten sind.
Letzte Frage: Was wäre euer größter Traum als Band?
Viel Gelegenheit zum Proben, zum Auftreten, ein Tourbus und später mal von der Musik leben können.
Danke für das Interview.
Und dann gab es noch extra für uns zwei eine Kostprobe, und wir waren echt beeindruckt. Wenn wir nicht noch andere Termine gehabt hätten, wären wir noch länger geblieben.
Eins ist sicher ... seit diesem Tag hat der Fanclub zwei Mitglieder mehr!!!!
Das Interview führte Andrea Mattausch
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